Brennholz selber machen » Großer Leitfaden für Anfänger & Fortgeschrittene

In den Wald gehen und dort Brennholz sammeln oder schlagen – Kaminholz selber zu machen erfordert einen nicht unerheblichen Aufwand. Wenn du aber Lust auf körperliche Arbeit hast, ist es genau das Richtige für dich. Doch lohnt es sich auch finanziell und wie sieht die Rechtslage aus? Holz Harry hat die Antworten für dich.

Das lernst Du von Holz Harry:

Tipps & Anleitung zum Brennholz selber machen

Brennholz selber sammeln » alles Wissenswerte

Nicht nur, weil die Preise für Öl und Gas kontinuierlich steigen, wird das Brennholzsammeln im Wald immer beliebter. Manchmal soll auch nur für die Lagerfeuerromantik die Feuerschale im Garten gefüllt werden …

Aber Vorsicht: Einfach so Brennholz aus dem Wald zu holen, ist nicht erlaubt. Dafür benötigst du einen Holzsammelschein!

Was ist ein Holzsammelschein?

Mit einem Holzsammelschein, der gegen eine geringe Gebühr beantragt werden kann, erhältst du die Erlaubnis der Gemeinde oder des Landkreises, dich im öffentlichen Wald selbst mit Brennholz zu versorgen. Die Gebiete, in denen du Holz klauben darfst, sind darauf klar gekennzeichnet. Selbstverständlich ausgeschlossen ist natürlich Wald in privater Hand. Ebenso gibt es in vielen Wäldern geschützte Gebiete, die ebenfalls tabu sind. Zum Schutz von Wildtieren wie Rehen und ihrem Nachwuchs liegen zum Teil aus zeitliche Begrenzungen vor. Diese gelten in der Regel von März bis Mai.

Darfst du mit einem Holzsammelschein Bäume fällen?

Grundsätzlich beschränkt sich der Holzsammelschein auf Klaubholz. Möchtest du einen Baum fällen, musst du einen Antrag beim Forstamt stellen. Dieses teilt dich eventuell bestimmte Bäume zu. Beachte aber, dass du für die Verwendung einer Motorsäge einen Motorsägenführerschein benötigst. Andenfalls müsstest du zu Handsäge und Axt greifen …

Holz selber schlagen » Rechtslage und Aufwand

Im Wald selbst das Brennholz für den Winter zu schlagen, erinnert an alte Zeiten. Zudem stellt die körperliche Betätigung an der frischen Luft oft eine wohltuende Abwechslung zum beruflichen Alltag dar.

Bevor es aber hinaus in den Wald gehen kann, bedarf es eines Besuchs oder Anrufs beim Förster. Du darfst nämlich nicht ohne Erlaubnis irgendwelche Bäume fällen. Der Förster weist dir einen bestimmten Baum oder auch einen bereits geschlagenen Stamm zu. Diesen darfst du eigenhändig zu Kaminholz verarbeiten, musst aber das Holz natürlich bezahlen. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Stückholz ist der Raummeter heute nicht mehr für unter 20 Euro zu haben. Stattdessen erreichen die Preise bis zu 65 Euro. Damit ist selbstgeschlagenes Holz aber immer noch günstiger als fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl.

Allerdings musst du mit einem nicht unerheblichen zeitlichen Aufwand für das Holzmachen rechnen. Außerdem benötigst du unbedingt eine geeignete Ausrüstung. Schließlich kann die richtige Schutzkleidung viele schwere Unfälle verhindern.

Neben Sicherheitsschuhen benötigst du eine Schutzjacke und eine Schnittschutzhose sowie Arbeitshandschuhe. Nicht fehlen dürfen auch ein Helm, Gehörschutz sowie eine Schutzbrille.

Für eine fachgerechte Arbeitsweise ist eine benzinbetriebene Motorsäge unerlässlich. Damit du diese auch tatsächlich benutzen darfst, fordern Förster oder Waldbesitzer in der Regel die Vorlage eines Motorsägenführerscheins. Für dessen Erwerb lernst du in einem Kurs alles Wichtige rund um das Sägen von Holz und den sicheren Umgang mit einer Motorsäge. Dabei erfährst du auch, dass du zum Brennholzschlagen im Wald immer mindestens zu zweit sein solltest, wie du den Arbeitsbereich absperrst und dass du stets einen Erste-Hilfe-Kasten mitführen solltest.

Die ideale Zeit, um selber Brennholz zu schlagen, sind die Monate November bis März. Dann ist der Feuchtigkeitsgehalt im Holz am niedrigsten. Direkt vor Ort werden die Stämme noch in Scheiben beziehungsweise Meterstücke geschnitten. Die Verarbeitung zu handlichem Scheitholz kannst du dann zu Hause im Garten vornehmen.

Holz selber spalten

Wie beim Holzschlagen besteht auch beim Holzspalten eine nicht unerhebliche Unfallgefahr – insbesondere, wenn du nicht auf eine fachgerechte Arbeitsweise und die geeignete Schutzkleidung achtest.

Möchtest du selbst Holz spalten, solltest du Schuhe mit Stahlkappen sowie Schutzbrille und Helm tragen. Für einen sicheren Halt der Axt geht es nicht ohne rutschfeste Handschuhe.

Zum Holzhacken benutzt du am besten eine spezielle Spaltaxt, die du vor jedem Gebrauch auf ihre Funktionalität überprüfen solltest. Ebenso benötigst du Hammer und Keile. Achte bei der Wahl deiner Werkzeuge darauf, dass du nie mit Stahl auf Stahl schlägst und entweder Keil oder Hammer aus einem anderen Material gefertigt sind.

Um die Axt zu schonen, verwendest du einen Holzklotz als Unterlage und führst die Axt möglichst entlang der Holzfaser. Die geringste Kraft benötigst du, wenn du auf den Hauptriss zielst. Am stabilsten stehst du dabei mit schulterbreit gespreizten Beinen und schwingst die Axt mit beiden Händen hoch über den Kopf.

Ganz ohne großen Kraftaufwand kannst du das Brennholz mit einem Holzspalter hacken. Mit Strom oder Benzin betrieben, unterscheiden sich die maschinellen Geräte hinsichtlich der Scheitlänge. Der Anschaffungspreis für einen hochwertigen Holzspalter liegt bei mehreren hundert Euro. Eine gute Alternative bei nur gelegentlichem Gebrauch sind Leihgeräte aus dem Baumarkt.

Scheitholz als Alternative zu Holzbriketts

Holz selber machen: 5 hilfreiche Tipps

Hier haben wir einige wichtige Tipps rund ums Selbermachen von Brennholz für dich zusammengestellt. So bist du bestens gerüstet für den nächsten kalten Winter.

1. Die benötigte Menge Brennholz richtig kalkulieren

Feuerst du deinen Kamin nur hin und wieder für die romantische Stimmung an, genügen für einen Winter drei bis vier Schüttraummeter Brennholz. Möchtest du täglich dein Haus oder deine Wohnung mit Stückholz beheizen, steigt der Bedarf natürlich. Wie viel Brennholz du schlagen musst, hängt unter anderem von der Größe der Wohnung, ihrer Dämmung sowie von der Größe des Kaminofens ab.

2. Das Holz sofort spalten

Ist das Holz geschlagen, solltest du es zeitnah spalten. Andernfalls drohen die Scheite von innen her zu verfaulen und der Brennwert reduziert sich. Holzscheite, die länger als 30 cm sind, werden am besten geviertelt. Bei kürzeren Stücken genügt es, sie zu halbieren.

3. Holzhacken am besten im Winter

Am besten lässt sich Holz spalten, wenn es bitterkalt ist. Sind die Scheite gefroren, teilen sie sich besonders leicht und gerade. Auch empfiehlt es sich, das Holz spätestens im zeitigen Frühjahr zu spalten, da es dann den Sommer über gut trocknen kann.

4. Den Hackstock in der richtigen Größe wählen

Der Hackstock sollte dir höchstens bis zum Knie reichen. Erst in dieser niedrigen Höhe hat die Axt ihre Höchstgeschwindigkeit erreicht und zerteilt das Holz besonders kraftvoll. Achte darauf, dass die Klinge ungefähr rechtwinklig auf das Holzscheit trifft.

5. Das Holz gut trocknen lassen

Die Restfeuchte von kaminfertigem Brennholz darf höchstens zwischen 15 und 20 % betragen. Dafür bedarf es nach dem Schlagen in der Regel einer Trocknungszeit von mindestens zwei Jahren. Ein guter Platz, um das Holz zu stapeln, ist eine geschützte Hauswand an der Südseite. Damit die Luft gut zirkulieren kann, stapelst du die Scheite am besten auf zwei waagerechten Holzstämmen oder einer ähnlichen Unterlage.

Brennholz selber schlagen - Tipps in der Übersicht

Alternative Beschaffungswege für günstiges Brennholz

Brennholz selber zu schlagen kann großen Spaß machen – insbesondere dann, wenn du gerne draußen bist und körperlich anstrengende Arbeit genau dein Ding ist. Nüchtern betrachtet erfordert das eigenhändige Schlagen von Brennholz viel Zeit und einen nicht unerheblichen Aufwand, was beispielsweise die Ausrüstung anbelangt. Trotzdem ist es zweifelfrei ein geeigneter Weg, um an kostengünstiges Brennholz zu kommen.

Alternativ könntest du dich bei Nachbarn, Bekannten und in der Familie umhören, ob jemand Brennholz aus dem Garten oder unbehandeltes Altholz, das bedenkenlos verbrannt werden kann, gratis oder gegen einen „Freundschaftspreis“ abzugeben hat. Oder du deckst dich im Baumarkt mit Kaminholz ein.

Besonders bequem und zu attraktiven Preisen kannst du Scheitholz für deinen Kamin oder deine holzbefeuerte Zentralheizung online bestellen

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