Wie die Industrie Pellets herstellt + Wie Du es auch kannst

Holzpellets sind ein regeneratives Brennmaterial mit beachtlicher Heizleistung. In der Regel bestehen die kleinen Stäbchen ausschließlich aus Sägenebenprodukten und bei der Herstellung kommen keine zusätzlichen Bindemittel zum Einsatz.

Holz Harry hat sich einmal für dich schlau gemacht und erklärt dir hier, wie die kleinen Energiebomben hergestellt werden. Außerdem erfährst du in diesem Beitrag, wie du Holzpellets selbst herstellen kannst – und ob sich das überhaupt lohnt.

Das lernst Du von Holz Harry:

Harrys Kurzfassung
Holzpellet Herstellverfahren und Anleitung zum Selbermachen

Industrielles Holzpellet-Herstellungsverfahren erklärt

In der Regel bestehen Holzpellets aus Sägenebenprodukten wie Sägemehl, Sägespänen, Hobelspänen oder Schleifstaub, wie sie in der holzverarbeitenden Industrie in großen Mengen als Produktionsabfälle entstehen.

Die Pelletherstellung ist ein vergleichsweise einfaches Verfahren, das seit vielen Jahren bereits in der Futtermittelproduktion zum Einsatz kommt.

So stark verdichtet sind Pellets: Um eine Tonne Holzpellets herzustellen, werden zwischen fünf bis acht Kubikmeter Sägespäne o. ä. benötigt.

Wie werden Holzpellets industriell hergestellt?:

1. Anlieferung und Reinigung des Rohmaterials

Bevor es an die Verarbeitung des Holzmaterials gehen kann, müssen eventuelle Verunreinigungen unbedingt gründlich entfernt werden. Andernfalls könnte es zu Schäden an den Maschinen kommen.

Bestandteile wie Steine oder Metall werden mithilfe eines Schwergut- und Metallabscheiders zuverlässig entfernt. Ist das Rohmaterial noch grobstückig, muss es zuerst vermahlen werden. Große Hammermühlen zerkleinern die groben Holzreste zu Schnitzeln homogener Größe.

2. Trocknung des Ausgangsmaterials

Um einen guten ruß- und schadstoffarmen Verbrennungsvorgang zu gewährleisten, müssen Holzpellets unbedingt einen sehr geringen Restfeuchtegehalt aufweisen.

Daher wird Holz mit einer hohen Ausgangsfeuchtigkeit zuerst getrocknet. Für den Herstellungsprozess dürfen die Holzreste eine maximale Feuchte von 12 bis 14 % besitzen. Der Energieaufwand für die Trocknung ist relativ hoch. Viele Sägewerke können dafür aber die Wärmerückgewinnung nutzen und sparen damit viel Energie.

3. Das Pelletieren

Die eigentliche Herstellung der Holzpellets erfolgt in der sogenannten „Pelletierpresse“.

In deren Trommel herrschen Temperaturen von etwa 45° C und die Holzspäne sind einem hohen Druck ausgesetzt.

Durch kleine Öffnungen an der Trommelwand tritt das verdichtete Material aus und wird an der Außenseite der Presse abgeschnitten.

So entstehen Pellets mit einer Länge von ungefähr 3 cm. Übrigens: Für die Stabilität der Pellets ist in erster Linie das holzeigene Harz Lignin verantwortlich.

Nur gelegentlich muss ein zusätzlicher „Kleber“ zugefügt werden: Als „Stärker“ kommen Kartoffel- oder Getreidestärke infrage. Der Gesamtanteil an den Pellets darf aber maximal 2 % betragen.

4. Schritt: Abkühlen und Verladen

Zuletzt werden die Pellets abgekühlt. Dieser Schritt gewährleistet wichtige Qualitätsmerkmale wie Festigkeit und Stabilität.

Noch loses Material kann ausgesiebt werden und gelangt erneut in den Produktionsprozess. Nach der Abkühlungsphase werden die Holzpellets meist in Silos gelagert. Von dort aus werden sie später entweder in Silofahrzeuge verladen oder als Sackware abgefüllt.

Welche Rohmaterialien kommen für Holzpellets in Frage?

Woraus bestehen Holzpellets?

Entgegen weit verbreiteter Meinung wird für die Pelletherstellung kein einziger Baum extra gefällt.

Verwendet werden ausschließlich Holzabfälle – und das vor allem von Betrieben aus Deutschland. Mit dem Kauf von Pellets entscheidest du dich also nicht nur für einen nachhaltigen und CO2-neutralen Brennstoff, sondern stärkst außerdem die heimische Wirtschaft.

Woraus bestehen Holzpellets also?

~ 90 % Sägenebenprodukte

Etwa 90 % des Rohmaterial bilden Sägenebenprodukte wie Sägemehl, Sägespäne oder Hackschnitzel. Diese fallen in Sägewerken in großen Mengen an und würden andernfalls entsorgt.

~ 10 % Industrieholz

Rundholz, das nicht sägefähig ist, kann in der holzverarbeitenden Industrie nicht genutzt werden. Es ist kontinuierlich in großen Mengen verfügbar. In der Herstellung von Holzpellets hat es einen Anteil von etwa 10 %. Dass dieser Wert trotz der hohen Verfügbarkeit so niedrig ist, liegt an der aufwendigen Verarbeitung von Industrieholz: Vor der Zerkleinerung müssen die Rundhölzer unter anderem entrindet werden.

0 % Altholz oder Waldresthölzer!

Diese kommen bei der Herstellung von Pellets nicht zum Einsatz. Waldresthölzer genügen schlicht und einfach nicht den hohen Anforderungen an Holz für die Pelletsherstellung. Die Verwendung sägefähiger Hölzer wäre dagegen wirtschaftlich unrentabel. Altholz könnte die Pellets mit schädlichen Inhaltsstoffen verunreinigen und wird entsprechend nicht zur Herstellung von Pellets eingesetzt.

Nicht falsch verstehen: Es handelt sich dabei um gemittelte Werte. Manche Pellets  – wie bswp. das von Holz Harry – bestehen zu 100% aus Sägenebenprodukten.

Unterschiedliche Qualitätsklassen » Welche ist die beste?

Im Privatverbrauch ist die Antwort einfach: Für deinen Pelletofen oder deine Pelletheizung kommen ausschließlich Pellets der Qualitätsklasse A1 in Frage.

Seit 2014 gibt es mit ISO 17225-2 eine weltweit gültige Norm, die die geforderten Eigenschaften von Holzpellets festlegt. Unterschieden werden dabei drei Qualitätsklassen:

  • Klasse A1: aus erntefrischem Holz oder chemisch unbehandelten Holzresten hergestellt, Aschegehalt max. 0,7 %, Stickstoffgehalt maximal 0,3 %
  • Klasse A2: aus erntefrischem Holz oder chemisch unbehandelten Holzresten hergestellt, Aschegehalt max. 1,2 %, Stickstoffgehalt max. 0,5 %
  • Klasse B: u. U. hergestellt aus chemisch unbehandeltem Altholz und Industrie-Restholz, Aschegehalt max. 2,0 %, Stickstoffgehalt max. 1,0 %

Der Heizwert muss in allen Qualitätsklassen über 16,5 MJ/kg liegen. Für Pelletkamine und Pelletheizungen in Einfamilienhäusern müssen in der Regel Pellets der Klasse A1 verwendet werden.

ENplusA1 Siegel

Damit Kunden sichergehen können, dass die gelieferten Pellets tatsächlich den Anforderungen der jeweiligen Qualitätsklasse entsprechen, wurde außerdem das sogenannte „ENplus- Zertifikat“ entwickelt.

Dieses erhalten nach Überprüfung durch unabhängige Experten nicht nur Pelletproduzenten, sondern auch Händler. Schließlich müssen auch sie eine einwandfreie Qualität durch sachgemäße Lagerung und Transport sicherstellen.

Kaufratgeber: Welche Pellets sind am besten? >

Holzpellets selbermachen in 7 Schritten » einfache Anleitung

Mit dem geeigneten technischen Equipment lassen sich Holzpellets auch selbst zu Hause herstellen.

Wie stellt man Holzpellets selber her? So geht’s:

Holzpellets selbst herstellen

1. Holz zerkleinern

Als Rohmaterial benötigst du Sägemehl oder Holzspäne. Um letztere aus größeren Holzstücken herzustellen, benötigst du eine Holzhackmaschine und eine Hammermühle.

Beide Maschinen kann man beim örtlichen Maschinenverleih oder im Baumarkt mieten.

2. Holz trocknen

Für die Verarbeitung sollte das Holz einen Restfeuchtegehalt zwischen 10 und 20 % aufweisen. Dafür lässt du kleinere Mengen Holz am besten für mindestens 24 Stunden an der Sonne trocknen.

Für größere Mengen benutzt du am besten einen Trommelofen oder Industrietrockner. Ob die Restfeuchte im akzeptablen Bereich liegt, sagt dir ein Feuchtigkeitsmessgerät.

3. Das Holz aufbereiten und mischen

Um eventuelle Verunreinigungen zuverlässig zu entfernen, schüttest du das Ausgangsmaterial durch ein Sieb. Dann gibst du für eine gute Bindung pro einem Kilogramm Holz einen Esslöffel Pflanzenöl zu.

Damit das Rohmaterial gut durchmischt wird und in puncto Feuchtigkeit und Dichte eine homogene Struktur erhält, lässt du es anschließend in einem Chargenmischer für 10 bis 20 Minuten vermengen.

4. Die Pellets pressen

Für große Mengen verwendest du am besten eine flache Pelletpresse, die die Pellets mithilfe von Druck und Wärme formt. Erhitzt wird das Holz in der Regel auf 75 bis 90° C.

Für kleinere Mengen eignet sich eine Pelletpresse mit Walze und Matrize, bei denen die Holzmasse durch Lochbohrungen gedrückt wird.

5. Minderwertige Pellets aussortieren

Beim Pressvorgang fallen häufig einige Stücke auseinander. Mit einem Sieb, bei dem die Größe der Öffnungen der gewünschten Größe der Pellets entspricht, kannst du lose Stücke aussortieren.

6. Pellets aushärten lassen

Verpacke die Pellets erst, wenn sie gründlich abgekühlt und ausgehärtet sind. Andernfalls können sie flach zusammenfallen. Kleinere Mengen breitest du dafür flach aus und lässt sie mindestens 24 Stunden trocknen. Für das Trocknen größerer Chargen empfiehlt sich ein Industriekühlgerät, das diese Aufgabe in einer bis zwei Stunden erledigt.

7. Die Do-it-yourself-Pellets richtig aufbewahren & FERTIG!

Für die Aufbewahrung in luftdichten Tüten aus Papier oder Kunststoff eignet sich trockener und kühler Ort. Für kleinere Mengen bietet eventuell ein Abstellraum oder die Garage Platz. Für größere Mengen benötigst du einen eigenen Lagerraum.

Holzpellets selbst herstellen – lohnt sich das?

Pellets selber machen kann sich lohnen, wenn dir ausreichend geeignetes Rohmaterial in guter Qualität zur Verfügung steht und du für größere Mengen weitere Abnehmer hast.

Oder, wenn dir Fertigung deines eigenen Brennmaterials großen Spaß macht.

Andernfalls gilt es zu bedenken, dass …

  • eine Pelletpresse zwischen 2.000 und 5.000 Euro kostet.
  • du unbedingt eine gute Qualität sicherstellen musst. Minderwertige Pellets besitzen einen schlechteren Heizwert, verursachen mehr Abgase und können deine Heizanlage beschädigen.
  • das Selbermachen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.
  • du für das Aufstellen der Presse sowie den Trocknungsprozess viel Platz benötigst.

Ob sich die eigene Herstellung lohnt, hängt also von den Gegebenheiten sowie vom Pellet-Verbrauch ab. In folgenden Ratgebern findest Du Informationen, die dabei helfen, diese Frage zu beantworten:

Falls das Pellet-Selbermachen nicht infrage kommen sollte, kannst Du Holzpellets der besten Güteklasse A1 auch bequem und günstig online bestellen bei Holz Harry.

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Preise & Infos

Eine Idee zu “Holzpellet Herstellung » Verfahren, Maschinen & Anleitung zum Selbermachen [7 Schritte]

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Hohes Interesse an Pellets führt zu Lieferengpässen

Leider geht die derzeitige Marktsituation nicht an uns vorbei. Die Nachfrage nach Naturbrennstoffen führt zur Knappheit.

Um lieferfähig zu bleiben, werden die Preise für Pellets ab dem 01. August 2021 angepasst.

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